Mehr als alles behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens. (Sprüche, 4.23)
Bibelgebet 28. Januar 2010
Dein Wort, HERR, sucht mein Blick -
lass ihn nicht allein.
Sende ihn zu mir zurück
mit deinem Heiligen Geist
der mich lehrt in allem Tun
durch Jesus Christus, deinen Sohn.
Amen.
Time out 23. Januar 2010
Ich habe so langsam das Gefühl, dass das hier nicht mehr ist, was ich brauche. Immer wieder merke ich, dass ich viel zu viel rede, viel zu viel schreibe und niemand hält mir den Mund zu. Und dass diese vielen Diskussionen eigentlich nicht gut sind. Was will ich schon damit erreichen? Als nur v.a. Selbstbestätigung etc. Ich bin zu jung. Es ist nicht gut, wenn man in meinem Alter “schlaue” Gedanken äußert, weil man sie bald darauf bereuen wird.
Aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel voll tödlichen Giftes. (Jak,3.8)
Zurzeit lese ich sehr viel in der Bibel und je mehr ich lese, desto mehr merke ich, wie ich davon ruhig werde, verschwiegen, aber glücklich. Sie ist, was ich brauche, sonst nichts. Wie konnte ich das vergessen?
Weiß nicht, wann oder ob ich weiter schreibe, in den Ferien (März) oder so. Aber jetzt erst mal etwas tote Zeit.
“Time Out” hieß übrigens in der Klinik das Zimmer, in dem man nicht gestört wurde, (fast) nichts drin war, außer man selbst. Vielleicht muss ich auch wieder demütig werden und zu mir kommen. Oder so…
Schönes Wochenende!! 15. Januar 2010
Bin übers WE mit den Theologen (-studenten) unterwegs und wünsche allen eine schöne Zeit….
Von Gott will ich nicht lassen,
denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen,
da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen
tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.
(EG, 365.1, Losungslied für den Sonntag)
Drei Lehrpunkte 12. Januar 2010
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Sehen was ist
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Schauen auf Gott
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Sagen was recht ist
Das hat mich sehr berührt. Wurde uns heute in Aszetik (von Manfred Seitz, Praktischer Theologe i. R.) mit auf den Weg (der Theologie) gegeben, dass aus uns “was wird”….
Ich werde versuchen, das zu beherzigen…
Die starke Liebe 8. Januar 2010
“Die starke Liebe leuchtet im Grunde so wesentlich ein, dass der Geist es infolge seiner menschlichen Schwäche nicht ertragen kann und notwendig verschmelzen muss und wieder auf sein Unvermögen geworfen wird. Und dann hat der Geist keinen Halt, als dass er versinke und ertrinke in dem göttlichen Abgrund und sich in ihm verliere, sodass er von sich selbst nichts mehr weiß, denn der göttliche Gegenstand, der dieser starken Liebe entspricht, ist ihm zu überschwänglich… Wie es da zugeht, das ist besser zu empfinden, als dass man davon spricht.” (Johannes Tauler, Predigten, übertragen und eingeleitet von Walter Lehmann, Jena, 1923, Bd 2, Seite 54)
Anmerkung: Die “starke Liebe” ist quasi die dritte Stufe der Liebe nach Tauler, der es wiederum von St Bernhardus (Bernhard von Clairvaux? und mit Meister Eckhardt hats auch, glaub ich, was zu tun, aber ich bin jetzt zu faul…) hat:
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Die süße (bildliche) Liebe
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Die weise (vernünftige) Liebe
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Die starke Liebe
Versuchung 6. Januar 2010
Die sechste Bitte: Und führe uns nicht in Versuchung.
Was ist das? - Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, dass uns der Vater im Himmel vom Bösen und allem Übel an Leib und Seele, Gut und Ehre erlöse und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere und mit Gnaden von diesem Jammertal zu sich nehme in den Himmel. (Martin Luthers Kleiner Katechismus, Das dritte Hauptstück: Das Vaterunser)
Der Herr, euer Gott, versucht euch , um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieb habt. (5. Mose, 13.4)
Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr’s ertragen könnt. (1. Korinther 10.13)
Ich glaube, dass Gott in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. (Dietrich Bonhoeffer)
Der ist’s (der Verräter), dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihm den Judas, Simons Sohn, dem Ischariot. Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald! (Johannes, 13.26-27)
Was denn nun? Ich weiß nicht, warum mich das so beschäftigt, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass der Abschnitt des Vaterunsers auch wirklich so gemeint ist, wie er heißt: Und führe uns nicht in Versuchung. Warum sollte Gott das tun? Um mich zu stärken, denke ich. Um alles aus mir herauszufordern, was in mir steckt. Denn gerade im Leiden wächst man doch. Gott will doch kein Coachpotato, oder? Bei dem immer alles “gut” ist. gerade in der Anfechtung steckt doch ein ganz tiefer Sinn (vgl Hiob, ich weiß, da versucht der Teufel ihn, trotzdem, kann es nicht sein, dass es auch “göttliche” Versuchung gibt? Oder sind denn die Bibeltexte alle falsch? Übrigens die Losungen des heutigen Tages…)
Was ich am Text des Judas so faszinierend finde, ist eigentlich, dass der Satan in ihn fährt, NACHDEM (!) Jesus ihm das Brot (sein Leib) gegeben hat. Er bekommt es zum Gericht, aber: Von Jesus, Gottes Sohn, wie es v.a. das Johannesevangelium bezeugt.
Gott, führe uns auch in der Versuchung, begleite uns und führe uns wieder heraus. (aus: Licht und Kraft / Losungskalender an Epiphanias)
“Sag nein” ?? 5. Januar 2010
“Wenn du mit der Wahrheit zurückhältst, wenn du die Wahrheit verbirgst, wenn du in der Öffentlichkeit sprichst, ohne die ganze Wahrheit zu sagen, dann bist du weniger wert als die Wahrheit.” (Jack London)
“Was morgen ist, auch wenn es Sorge ist, ich sage: Ja!” (Wolfgang Borchert)
“Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heiligsprechen, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!” (Wolfgang Borchert: “Dann gibt es nur eins!” )
“Berauscht euch! Nur berauscht lässt sich das Leben leben – berauscht von Geist und Blut und Reben, berauscht von Licht und Dunkelsein! Sauft doch das Leben – das Leben selbst ist Wein!” (Wolfgang Borchert)
Ich weiß auch nicht. Das (Wolfgang Borchert - Das Gesamtwerk) habe ich quasi unmittelbar vor der Bibel gelesen, jeden Tag eine Geschichte und jedes Mal geweint (ich weine sonst eigentlich nie). Warum? Ich glaube, weil dort drin steht, was eigentlich irgendwie immer noch da ist, in anderer Gestalt. Eine Perversion, die so immens ist, dass man es eigentlich kaum aushalten kann. Und wir leben in dieser Welt, in der man eigentlich an Ort und Stelle zerschellen müsste an dem Wahnsinn und ertragen es wohl nur, indem wir wegsehen, “Wein trinken”. Das ist wohl auch für mich der Grund, an Jesus Christus zu glauben. Manchmal denke ich, dass es einfach nicht anders gehen kann, als dass Gott persönlich auf die Welt kommt, wir schaffen es nicht. Da ist nichts sonst, worauf man bauen könnte.
Warum schreibe ich das hier? Klar, hat mal wieder was mit der Käßmann-Debatte zu tun. Was hat sie eigentlich gesagt? “Es ist nichts gut in Afghanistan. Wir brauchen Fantasie.” – Oder so ähnlich. Ein bischen wirkt das auf mich so: Die Welt als Schweizer Käse, voller Löcher, aber dass bloß keiner auf sie hinweist, Löcher erträgt man nicht, muss man möglichst schnell zubuddeln.
Das Video hat eigentlich keinen klaren Bezug außer dass es, finde ich, ziehmlich klar das Zerwürfnis offenbart.
Dass heute kein Mensch der Gegenwart offen ins Auge sehen kann und zugleich Kraft für zukünftige Aufgaben haben kann, der nicht an den Schöpfer – und Erlöser – glaubt, das ist meine feste Überzeugung. (Dietrich Bonhoeffer)
Glaube 4. Januar 2010
Glaube ist Nachfolge, ohne eigentlich zu wissen, warum, wozu. Das schlichte Hören auf das Wort, das Gott zu uns spricht auf verschiedene Weisen, mal laut, mal leise. Zu folgen, wohin immer er mich führt. Im Glauben bin ich bereit, Dinge zu tun, die ich sonst nicht tun würde und in der Lage, zu vollbringen, was ich mir nie erträumt hätte. Im Glauben lerne ich “Ja” zu sagen gegen das, was mir sonst Angst macht. Und “Nein” zu sagen gegen das, was mir vertraut war. Glaube, das ist nicht mein, sondern Gottes Werk. (vgl Mt 2.13-15)
Mein Widerwille ist so groß und mein Glaube so klein wie ein Samenkorn, aber das reicht vielleicht auch.
Sternsinger vs Bonbonpflücker 3. Januar 2010
Heute habe ich in St Nikolai (Neuendettelsau) die Aussendung der Sternsinger erlebt – ein Brauchtum, das ich so, bisher noch nicht wirklich gekannt habe, außer aus der Zeitung oder so. Hat mich irgendwie berührt und an was anderes aus MEINER Kindheit erinnert. Ich hoffe, meine liebe Schwester ist nicht böse, wenn ich das hier aufschreibe…
Anders als die Sternsinger zu Epiphanias, so sind wir in der Faschingszeit durch die Straßen gezogen, – verkleidet als Chinesen und Indianer - mit Karamelbonbons in den Taschen und haben an die Haustüren geklopft – nicht, um um Spenden zu erbitten, sondern um den Leuten etwas zu bringen, wenn sie uns glaubten. Wir hatten also dann Bonbons in der Hand und fragten: “Glauben Sie uns, dass bei uns im Garten diese Bonbons am Baum wachsen?” – Fast alle glaubten uns
und bekamen dann von uns einige davon, um zu kosten. Weiß nicht, warum wir das damals gemacht haben, aber ich muss noch immer schmunzeln, wenn ich daran denke und werde traurig, wenn ich dagegen die “Computerkids” von heute sehe, um wieder mal plakativ zu werden…
Ich würde es nicht als “Lüge” bezeichnen, was wir da taten, denn wir wussten, dass es ja nicht wahr war und wir wussten auch, dass die Menschen uns das nicht “wirklich” glaubten. Vielleicht war es sowas wie ein letzter Aufschrei gegen die Entmytologisierung der Welt, die ich schon früh wahrgenommen habe. Irgendwie hat es doch etwas wahres, aber anders. Oder so… (??)





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